Deadpool Kritik (ohne Spoiler) – Feuchtfröhlich im Kinosaal

Nach monatelanger Vorfreude durfte ich endlich den neuen Marvel-Film “Deadpool” in der Vorpremiere schauen. Nach etlichen Comicverfilmungen, sollte dieser etwas (oder etwas mehr?) aus dem Rahmen fallen und endlich einen ganz besonderen Comichelden (eher Antihelden) auf die Leinwand bringen. Während es mir bei der Vorstellung regelrecht feucht zwischen den Beinen wurde (WTF?), war ich gespannt, ob der Film meinen Erwartungen und die Versprechen der Promoter (wirklich fleißigen Promoter) erfüllen würde.

Und nein, bei mir wurde es nicht wegen Ryan Reynolds nass (zumindest nicht im Kino!), sondern wegen eines  halb umgekippten Bechers Bier meiner Begleitung, die sich danach und nach der Vorstellung noch einmal aufrichtig und mehrmals entschuldigte. Und ja, so war es wirklich gewesen. Eine Bilderbuchsituation eines übergeschwappten Bieres zwischen den Beinen der Dame.

© 2016 Twentieth Century Fox
© 2016 Twentieth Century Fox

So konnte ich leider ein paar Minuten nicht auf’s Bild schauen, musste ja mit ungefähr vier oder fünf Taschentüchern das Bier wegwischen. Also ist das doch wirklich ein treffsicherer Grund noch einmal in’s Kino zu gehen und den Film ein zweites Mal zu sehen. Und warum ich mich darauf derbe freue, erzähle ich euch hier in der folgenden Kritik zu Deadpool:

Wer die Comics kennt, wird von der Inhaltsangabe nicht sonderlich überrascht sein. Wade Wilson gespielt von Ryan Reynolds, ein ehemaliger Special Forces Agent, arbeitet als Söldner und lebt seine respektlose Art mit begleitenden Sprüchen und schwarzem Humor.  Irgendwann erkrankt der durchtrainierte Kämpfer an Krebs.

Er willigt ein, das Versuchsobjekt eines zweifelhaften und grausamen Expirements zu werden. Er überlebt, hat neue Kräfte, aber sein Körper ist entstellt. Mit seinen neuen Fähigkeiten, nimmt er den Alter Ego DEADPOOL an und geht auf die Jagd, nach dem Mann, der fast sein Leben zerstört hatte. 

Im Anschluss dieser kleinen Inhaltsangabe, möchte ich die “Storyliebhaber” schon einmal vorwarnen. Sehr viel mehr Story, außer einem “Mädchen” und ein paar weitere Charaktere, werdet ihr hier nicht finden. Aber wisst ihr was? Das ist völlig in Ordnung.

Der gesamte Film ist so dialog- und bildgewaltig, dass dieser Aspekt die fehlende Storytiefe sofort wett macht. Der Bösewicht Ajax gespielt von Ed Skrein (Einigen wird er bekannt aus Game of Thrones, erste Besetzung von Daario, sein) nimmt auch nicht viel Raum ein. Der Charakter von Deadpool ist schon so einnehmend, das nicht viel Platz für Tiefe weiterer Charaktere existiert.

Auch das macht überhaupt nichts. Die Monologe, die Dialoge, die Credits und die Abspannszenen (bis zum Schluss sitzen bleiben!) waren so kreativ und unterhaltend, dass der ganze Film von der ersten Minute an, ein wahrer Genuss war. Die Übersetzung ins deutsche wirkte auch sehr gelungen, da so gut wie alles durchaus Sinn machte und immer irgendwo zu einem Lacher geführt hatte.

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Ich muss aber auch zugeben, dass wirklich sehr sehr viele Sprüche und unterschwellige Witze fielen, dass ich nicht nur aus dem Grund, des kleinen Unfalls (oben erwähnt) noch einmal ins Kino möchte, sondern weil ich auch nicht immer so ganz mitgekommen bin. Wenn ich über den einen Spruch noch am Lachen und einfach geflasht war, dann fiel schon der nächste Spruch, bevor ich den anderen ganz verarbeitet hatte.

Der Film zog sich einfach komplett selbst durch den Kakao, es machte einfach Spaß in diesem Saal zu sitzen und endlich mal wieder eine köstliche Produktion seit langem genießen zu dürfen. Besonders amüsierend fand ich die Eigenschaft des Filmes, auch das Publikum mit besonderen Monologen oder Dialogen direkt anzusprechen.

Ein bisschen Liebes-blabla und Sex (von dem ein bisschen mehr), gab es auch. Hat aber auch sehr gut in die Geschichte von Deadpool gepasst. Ich fand es auch abwechslungsreich zu sehen, dass Comic-Charaktere auch recht einfach und pragmantisch Leben können. Hatte irgendwie etwas symphatisches.

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© 2016 Twentieth Century Fox

Ich möchte mehr davon. Das Kino wird also mindestens noch einmal zu Deadpool besucht und ich freue mich sehr über eine Fortsetzung. Laut Internet (mein bester Freund), soll sie ja schon in Bearbeitung sein.

Ein einziges Manko habe ich jedoch: Das Marketing hat immer wieder deutlich erwähnt, dass der Film aufgrund seiner Comicvorlage sehr brutal werden wird und Ryan Reynolds hatte sich sehr dafür eingesetzt, dass mit den Szenen nicht zu zimperlich umgegangen wird und Deadpool ungeschnitten in die Kinos kommt. Hier wurde ich leider ein wenig enttäuscht. Der Film ist zwar schon brutaler als andere Comicfilme, aber sie hätten ruhig noch ein paar Level drauf setzen können. Hier verstehe ich einfach nicht, warum der Film in China verboten wurde.

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© 2016 Twentieth Century Fox

Einige Brüste waren zwar zu sehen, ein paar mal nackte Haut, aber auch hier hatte ich mehr erwartet. Zudem kam es mir so vor, als ob eine Szene aus dem Trailer, nicht im Film auftauchte. Vielleicht ist sie mir auch nur entgangen. Ich werde bei meinem zweiten Besuch noch einmal gesondert darauf achten.

Alles in Allem gebe ich dem Film 9,5 von 10 Punkten. Ein halben Punkt Abzug wegen der Versprechungen über die Brutalität des Films.

Wie fandet ihr den Film? Ab in die Kommentare damit!

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© 2016 Twentieth Century Fox
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2 Comments

  • Also ich fand Deadpool auch Klasse und kann voll und ganz Deine Kritik bestätigen. Bis auf einen Punkt. Ich fand’ die Splattereinlagen ausreichend. Schließlich reden wir von Mainstream-Kino. Und dafür waren die Szenen schon reichlich gewagt. Ich fand Sie gut. Natürlich war ich brav bis zum Schluss drin und hoffe die Produzenten wagen einen Teil 2. Mit oder ohne “Cyberarm”, völlig egal. :-)

    Ach ja, und das Intro des Films mit der Benennung der “teilnehmenden Personen” ist für mich bereits Filmgeschichte – genial.

    Liebe Grüße,

    der auf “Host me” wartende Tobias :-)

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