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Dunkirk Kritik - Fionn Whitehead

Dunkirk Kritik – Strand, Meer und Himmel

Folgender Gastbeitrag ist von Bruno verfasst:

Ach, Nolan. Du hast uns schon so manches Meisterwerk präsentiert und das Genre der Superhelden auf ein ganz anderes Niveau angehoben. Du hast uns in multiple Traumebenen geschickt, uns in ein schwarzes Loch fliegen lassen und zu Beginn deiner Karriere hast du einfach mal einen kompletten Film rückwärts erzählt.

Warum ich diese Einleitung so gewählt habe, ist dass ich es schon seit dem ersten Trailer schade fand, dass Nolan offenbar das Fantastische für diesen Film bei Seite lässt und einen einfachen Kriegsfilm auf die Beine stellt. Sehr schade und ernüchternd. Aber es ist ja Nolan. Das sollte doch trotzdem ein ordentlicher Film werden mit Spannung, realistischen Effekten und den Schrecken des Krieges. Dazu kann ich nur sagen: JA! All das ist es geworden aber Dunkirk ist für mich zusammen mit Interstellar der schlechteste Nolan-Film geworden.

Dunkirk Kritik – Strand, Meer und Himmel

Muss dazu sagen, dass das allerdings nicht viel heißt. Die Filme von Christopher Nolan sind in der Regel so qualitativ hochwertig, dass das schlechteste immer noch genauso gut ist wie der Durchschnitt Hollywood-Film. Christopher Nolan versteht einfach das Handwerk des Filmemachens und gerade für den Beginn von Dunkirk muss ich ihn einfach loben.

Die ersten Minuten funktionieren fast vollständig ohne Worte und Nolan kommuniziert lediglich über Bilder. SO MUSS DAS! Stille wird durch ohrenbetäubende Gewehrschüsse unterbrochen. Gewehre haben Ladehemmungen im unpassendsten Moment und die Evakuierung der alliierten Soldaten erscheint lediglich wie ein Warten auf den Tod. Wirklich Fantastisch!

Dunkirk Kritik

Lobenswert sind auch die Bilder selbst, welche einen wirklich die Weite und Dimensionen greifbar erscheinen lassen und in Verbindung mit der Musik wird ordentlich Spannung auf- und wieder abgebaut. Leider ist das genau der Kernaspekt, weshalb ich nicht wirklich von diesem Film überzeugt wurde. Ja, die Bilder sind fanatisch und Nolan hat gezeigt, dass er den Überlebenskampf glaubhaft inszenieren kann.

Das Große ABER ist dabei jedoch, dass es mich von Szene zu Szene weniger interessiert hat. Es gab einfach keinen großen Spannungsbogen, wie zum Beispiel bei The Dark Knight, der sich mit Minute zu Minute weiter aufbaut. In Dunkirk haben wir stattdessen dutzende kleine Szenen, welche Spannung auf und wieder ab bauen.

Auf und wieder ab. Auf und wieder ab. Es ist schlicht weg anstrengend  und ermüdend und die Charaktere sind einfach nicht greifbar genug, als dass ich großartig genau mit eben jenen Figuren mitgefiebert hätte. Ich verstehe den Apell dran, dass wir die Figuren durch den Krieg begleiten und sie durch ihre Aktionen kennen lernen, aber hier war es mir einfach zu wenig, was mich nachhaltig interessiert hätte.

Dunkirk Kritik

Dunkirk Kritik – Strand, Meer und Himmel

Trotzdem gefällt mir an einigen Stellen der Mut von Nolan, wenn er Figuren Hollywood-untypische Entscheidungen treffen lässt und nicht noch einen weiteren Konflikt herbei ruft, den der Film beim besten Willen nicht gebraucht hätte.

Was allerdings mein wohl größtes Problem mit Dunkirk ist, ist eigentlich das, wovon ich dachte, dass es das Beste am gesamten Film hätte werden können. Dunkirk wird in drei Zeitebenen erzählt und erzählt die Geschichten von mehreren verschiedenen Personen, welche zu Land, zu Wasser und in der Luft das gesamte Geschehen verfolgen und daran teilnehmen.

Die Art und Weise, wie Nolan diese drei Zeitebenen in einem Film zusammenfügt, fand ich zu Beginn von Dunkirk echt clever und ich habe mich wirklich auf die Konklusion gefreut. Wo zu Beginn des Filmes noch eine gewisse Ordnung zu erkennen ist, da verliert der Film zum Ende seine Geschliffenheit. Dies unterstreicht sicher das Motiv des chaotischen Krieges aber mich persönlich hat es nicht abholen können.

Dunkirk Kritik

Irgendwann hat man ein Schiff zu viel sinken sehen und irgendwann hat man sich an den immer gleichen Cockpitaufnahmen von Tom Hardy in seinem Kampfflugzeug auch satt gesehen. Zum Ende des Filmes hatte ich kein emotionales Hoch oder Tief, da ich einfach angeödet und nur froh war, dass es endlich vorbei war.

Nicht falsch verstehen. Dunkirk ist handwerklich erstklassig und wenn Schüsse fallen und der Tod zum Greifen nah ist, dann habe auch ich mich in meinen Sitz gekrallt. Nur wenn ich Dunkirk mit den restlichen Nolan-Filmen vergleiche, dann hat mir einfach so einiges gefehlt. Es fehlt der Funken Individualität, welcher ihn von anderen Kriegsfilmen abheben würde. Nolans Batman-Trilogie und Inception sind in ihrer Kategorie einzigartig und unverkennbar. Das kann ich von Dunkirk leider nicht behaupten. Dunkirk ist lediglich ein solider Kriegsfilm geworden.

Ich bin enttäuscht und habe viel gemeckert aber trotzdem vergebe ich immer noch 6/10 Punkten. Fans von Kriegsfilmen sollten auf jeden Fall rein gehen und Fans von Nolan sowieso. Nur macht euch darauf gefasst ordentlich Sitzfleisch bei einem relativ kurzem Film parat zu haben.

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